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Kämpft für Eure Rechte!

15 June, 2020Seit acht Jahren versucht Hyundai, einen deutschen Gewerkschafter zu entlassen. Am 19. Juni wird ein deutsches Arbeitsgericht in zweiter Instanz über den Fall Marten Verschoore gegen Hyundai entscheiden.

Marten Verschoore ist ein engagierter Gewerkschafter und Mitglied des Betriebsrats. Dies ist ein weiterer Schritt in den Bemühungen von Hyundai, den Konstrukteur loszuwerden, der im März 2003 beim Motor Europe Technical Center (HMETC) von Hyundai in Deutschland eingestellt wurde. Das Gerichtsverfahren ist der zweite Rechtsstreit, den Marten gegen den koreanischen Autohersteller führen musste, um gegen die falschen Anschuldigungen des Unternehmens vorzugehen, dessen Ziel es ist, ihn zu entlassen.

Bei Hyundais Verhalten geht es nicht nur um den Einzelfall Marten Verschoore, sondern auch um die Geringschätzung der IG Metall, die die große Mehrheit der Beschäftigten in der deutschen Automobilindustrie vertritt. Hyundai hat stattdessen die gelbe Gewerkschaft AUB gefördert, die mit Unterstützung des Siemens-Managements gegründet wurde, um jeden Dialog und jede Konfrontation zu verhindern.

Das HMETC wurde 2003 in Deutschland mit zwei zentralen Geschäftszielen gegründet: das Image der Produkte von Hyundai und Kia zu verbessern und den Kunden den Eindruck zu vermitteln, dass die Fahrzeuge in Europa konstruiert und entwickelt werden und somit auf den damit verbundenen hohen Standards basieren.

Laut Georg Leutert, dem Direktor von IndustriALL für die Automobilbranche, ist diese Strategie bislang erfolgreich gewesen.

„Nur sehr wenige Autofirmen sind in den letzten 15 Jahren mehr gewachsen als Hyundai/Kia, insbesondere in Europa und in den USA. Ist es dann zu viel verlangt, dass Hyundai andere Merkmale Europas akzeptiert, etwa die Anerkennung der legitimen Gewerkschaft am Arbeitsplatz?“

„Anstatt mit einer gelben Gewerkschaft zusammenzuarbeiten, sollte Hyundai einen konstruktiven Dialog mit den Mitgliedern seines Betriebsrats führen. Hyundai sollte sich hinsetzen, um über die Beschwerde über unsichere Arbeitsbedingungen und überlange Arbeitszeiten zu diskutieren, anstatt zu versuchen, ein Gewerkschaftsmitglied zu entlassen und die Belegschaft einzuschüchtern.“

Hyundai bevorzugt einen antidemokratischen und gewerkschaftsfeindlichen Ansatz und verfolgt eine Politik, die jede Art von gleichberechtigter Partnerschaft oder Dialog strikt vermeidet:

  • Die gewerkschaftliche Organisierung der Arbeitskräfte in Korea war ein intensiver Kampf, und nur durch Arbeitskampfmaßnahmen, einschließlich Massenstreiks, war es möglich, die heutigen Standards für menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen zu erreichen.
  • Nur fünf von zehn aller Hyundai- und Kia-Werke außerhalb Koreas und Chinas sind gewerkschaftlich organisiert.
  • Da Hyundai mit der gewerkschaftlichen Organisierung der Beschäftigten in seinem Werk in Indien unzufrieden war, trug das Unternehmen zur Gründung einer zweiten Gewerkschaft bei, die ursprünglich dem Management nahe stand.
  • In einigen Fällen, wie z.B. in den USA, verkündet die Unternehmensleitung offen, dass sie keine Gewerkschaften will, und bei der Einstellung meidet sie Arbeitnehmer mit gewerkschaftlichem Hintergrund.

IndustriALL-Generalsekretär Valter Sanches erklärt:

„Während viele Unternehmen ihre Bemühungen um die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen verstärken, verhält sich die Hyundai-Gruppe ihren Beschäftigten gegenüber völlig respektlos.“

„IndustriALL Global Union steht hinter Marten Verschoore und fordert Hyundai auf, die Belästigung von Gewerkschaftsmitgliedern unverzüglich einzustellen und in einen echten sozialen Dialog zu treten".

Unter der Führung von IndustriALL und der Koreanischen Metallarbeitergewerkschaft wird das globale Hyundai-Kia-Gewerkschaftsnetzwerk weiterhin die weltweiten Gewerkschaftsaktivitäten in den Hyundai/Kia-Betrieben koordinieren. Das Netzwerk wird weiterhin versuchen, mit dem Konzern in einen konstruktiven Dialog über eine globale Rahmenvereinbarung einzutreten, um sicherzustellen, dass die Hyundai-Gruppe weltweit die ILO-Kernarbeitsnormen einhält.